Montag, 5. November 2012

Zilli, Billi und Willi

Dokumentation der SMART Board Reise 2 Go: Kita Wilhelmstr. 14a

 

Allgemeines Vorgehen

Die Kita Wilhelmstr. 14a aus Kreuzberg hat im Oktober 2012 vier Wochen das Smartboard ausgeliehen. Generell geplant wurde diese Zeit hauptsächlich von einer Erzieherin und der Zusatzfachkraft für Sprachförderung. Es wurde grundsätzlich in Kleingruppen von zwei bis vier Kindern mit einer Erwachsenen gearbeitet, um den Kindern genügend Raum und Zeit zu geben, sich mit der Technik auseinanderzusetzen und sich sowohl untereinander als auch mit der Erzieherin intensiv austauschen zu können. In der ersten Woche stand das freie Erkunden der Technik im Vordergrund – sowohl von den Kindern, als auch anderen Erzieherinnen des Hauses. Hier entstanden verschiedenste Bilder, die im Anschluss an das Malen ausgedruckt und in der Einrichtung ausgehängt bzw. mit nach Hause genommen wurden. Hierbei wurden wenig Vorgaben durch die „anleitenden“ Erzieherinnen gegeben, da sich die Kinder möglichst frei mit den Materialien beschäftigen und eigene Medienerfahrungen sammeln sollten.

 

Projektbeschreibung

Von der zweiten Woche an war das Projekt „Zilli, Billi und Willi“ geplant. Dieses Buch von Elizabeth Shaw wurde gewählt, weil es relativ einfache Zusammenhänge beschreibt, die auf vielfältigen Ebenen von den Kindern wiedergegeben werden können. Es geht um drei Schweine, die sich Häuser bauen, um vor dem Wolf geschützt zu sein. Diese Häuser bestehen aus verschiedenem Material: Stroh, Holz und Stein. Der Wolf kommt zu den Häusern und kann durch sein Husten und Pusten sowohl das Haus aus Stroh als auch das aus Holz zerstören. Am Ende platzt der Wolf bei der Anstrengung, das Steinhaus umzublasen. So können die drei Schweine glücklich gemeinsam im Haus aus Stein wohnen.

Der Text des Buches besteht aus kurzen, wiederkehrenden Sätzen, die auch für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache mit noch geringen Sprachkenntnissen verständlich sind. Durch dazu passende, einfach gestaltete Bilder können die Kinder das Buch auch selber „vorlesen“ und erleben sich dabei als kompetent.

Insgesamt haben an dieser Projektphase regelmäßig 13 Kinder im Altern von 3,0 bis 5,5 Jahren teilgenommen.

 

Pädagogische Ziele

Das zentrale Ziel war die selbstständige Beschäftigung der Kinder mit verschiedenen Medien. Im Umgang mit diesen sollten sich die Kinder frei entfalten können und keine Vorgaben erfüllen. Zwar sollten sich die Kinder beim Malen mit dem Smartboard ab der zweiten Woche an die thematische Vorgabe des Projektes halten und Bilder zum Thema „Zilli, Billi und Willi“ gestalten, ansonsten gab es keine Einschränkungen. Die Kinder sollten durch den häufigen Umgang mit dem Buch sicher werden, und es dann auch vor der Gruppe vorstellen und frei erzählen können. Im weiteren Schritt wollten wir die Geschichte als Theater spielen und dieses mit einer Videokamera aufnehmen. Während allen Angeboten konnten die Kinder mit dem mitgelieferten Fotoapparat Bilder machen und so das Projekt selbst dokumentieren.

Zum Ende des Projektes sollten zwei Bücher hergestellt werden: zum eigenen ein eigenes Buch „Zilli, Billi und Willi“ für die Gruppe, zum anderen eine Fotodokumentation der von den Kindern fotografierten Bildern. Um die Eltern der Kinder einzubeziehen, möchten wir am kommenden Elternabend oder am Adventskaffee die Videoaufnahme des Theaters und die beiden Bücher zeigen und möglicherweise auch den Eltern die Sprachaufnahmen ihrer Kinder auf CD gebrannt mitgeben.

 

Detaillierter Ablauf des Projekts „Zilli, Billi und Willi“

Zu Beginn wurde das Buch im Morgenkreis vorgelesen sowie unsere Ideen zum Verlauf vorgestellt. Konkret wurden Montag und Mittwoch jeweils am Vor- und Nachmittag Kleingruppen angeboten, die sich mit dem Thema auseinandersetzten. In diesen Kleingruppen fand im Bilderbuchdialog erneut eine Wiederholung des Buches statt, um am Smartboard dieses dann in einzelnen Bildern umzusetzen. Zum Teil wurden die Äußerungen der Kinder protokolliert und auch mit einem Diktiergerät aufgezeichnet, um den Sprachstand zu erfassen. Die Kinder erzählten zu Anfang die Geschichte und stimmten sich ab, wer welchen Teil der Geschichte am Smartboard gestalten würde. Daran anschließend malten die Kinder ihr Bild und stellten dieses den anderen Kindern vor. Zentrale Äußerungen schrieben wir auf die Bilder, danach wurden sie zweimal ausgedruckt: ein Exemplar für die Kinder, das andere für unser Buch. Die Kinder, die gerade nicht am Smartboard standen, konnten währenddessen Fotos machen.

Oft lasen auch Kinder „Zilli, Billi und Willi“ vor – und mehrfach tauchte im Freispiel auch der böse Wolf auf. Das Theaterstück spielten wir mehrfach im Morgenkreis. Ein Kind erzählte das Buch, andere Kinder übernahmen die Rollen der Schweine und des Wolfes.

 

Ablauf und Reflexion

Sowohl den beteiligten Kindern als auch den Erzieherinnen hat das Projekt sehr gut gefallen. Die Möglichkeit, verschiedenste Technik ausprobieren zu können, hat uns sehr begeistert! Wir waren fasziniert von dem wirklich kompetenten Umgang der Kinder mit sämtlichen Medien und ihrer Konzentration und Begeisterung. Schön war auch, die Lernfortschritte der Kinder zu sehen und ihre wachsende Sicherheit beim Vorstellen ihrer Bilder und der Geschichte auch vor der Gesamtgruppe.

Leider fiel die Projektphase in eine Zeit mit großem personellen Engpassl, so dass wir unser Projekt nicht in vollem Umfang durchführen konnten. Beispielsweise wurde die Geschichte der drei Schweine theaterpädagogisch umgesetzt, leider konnten aber nicht wie gedacht dafür Requisiten gebastelt werden. Wir haben auch leider nicht geschafft, unsere ganze Kita einzubeziehen. In einem Folgeprojekt würden wir im Vorfeld ein gemeinsames Hausthema wählen und es auch besser planen und Zuständigkeiten konkret festlegen. Dies lag zum Großteil aber auch am Personalmangel – es war uns kaum möglich, mehr Erzieherinnen aus den Gruppen herauszunehmen.

Insgesamt sind wir dennoch mit dem Ablauf und den Ergebnissen dieser Zeit sehr zufrieden und hatten großen Spaß!

Nach Abgabe des Smartboards wurde von den Kindern immer wieder gefragt, wann wir es uns wieder ausleihen können – und auf diese Möglichkeit werden wir im kommenden Jahr sehr gerne zurückkommen!

 

 

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