Montag, 2. Dezember 2013

Interaktiver Adventskalender 2013

Erzieher-Fachschule Pädalogik



Als Dozentin in der Erzieher-Fachschule Pädalogik in Berlin-Friedrichshain unterrichte ich im Lernbereich III unter anderem das Fach Medienpädagogik. Dieser Unterrichtsblock umfasst 30 Unterrichtsstunden. Nachdem ich im letzten Semester mit einer anderen Klasse Digitalfotografie mit Kindern in der Kita und Präsentations- und Dokumentationsformen thematisiert hatte, entschloss ich mich, nun meiner Klasse den Umgang mit dem Smartboard und den Umgang mit der Smart-Software näherzubringen. Neben dem Ziel, meine Studierenden selbst an kreative Gestaltung am PC heranzuführen, stand der Wunsch, ihnen meinen Grundgedanken zu vermitteln, dass die Schulung der Kinder in kreativer Nutzung des Computers sie auch vor der rein konsumierenden Nutzung neuer Medien schützt.

Im November hatten wir dann das Smartboardset von meredo in der Schule. Zusätzlich verfügten wir über sechs schulinterne und einige private Laptops. Nachdem alle mit der Software versorgt waren, führte ich den Unterricht zunächst spielerisch ein, in dem alle Studierenden die Funktionen ausprobierten und damit herumexperimentierten. Dabei reflektierten wir, wie diese spiel- und spaßorientierten Aktionen in der Kita eingesetzt werden können.

Danach machten wir uns an die Umsetzung eines interaktiven Adventskalender. Wir beschränkten den Kalender auf die Kita-Wochentage, verzichteten also auf die „Türchen“ für die Samstage und Sonntage, ebenso auf jene für den 23. und 24. Dezember, da die Kinder am 20. 12. in die Weihnachtsferien gehen. Am letzten Tag gibt es allerdings ein zusätzliches „Türchen“ - als Weihnachts-überraschung. Der Kalender umfasst also insgesamt 15 Zahlen, die entsprechenden Datumszahlen 2-6, 9-13, 16-20. Die Überraschung für den 20.12. ist hinter dem Stern versteckt.


Hinter der Zahl 2 verbirgt sich das Bild eines Schneemanns, das durch die Verbindung der Zahlen entsteht. Ein Bild nicht nur

für Vorschulkinder, die bereits die Zahlen kennen, denn durch die Konturen können auch jüngere Kinder die Linienführung schaffen.
 
Beim Anklicken der Zahl 3 auf dem Weihnachtsbaum öffnet sich zunächst das Bild eines Bastel-Engels. Klickt man diesen an, gelangt man zu der Seite mit dem benötigten Bastelmaterial. Bei Klicks auf die verschiedenen Materialien ertönt jeweils eine Stimme: z.B „eine Wäscheklammer“.

Klickt man auf das Wort „Anleitung“, öffnet sich die nächste Seite. Hier kann man die Anleitung sowohl lesen, als auch – durch einen Klick auf den Text – die Anleitung anhören.

Die Zahl 4 öffnet das Bild eines Weihnachtsbaumes, der geschmückt werden will. Die Sterne funkeln und die Weihnachtskugeln und – glöckchen schaukeln hin und her. Alle Objekte, die im Schnee liegen, kann man durch Ziehen auf dem Baum platzieren – außer LKW und Schubkarre. Diese beiden Elemente nimmt der Baum nicht an.


Hinter der Zahl 5 befindet sich ein doppeltes Labyrinth. Das untere ist eine Spiegelung des oberen, so ergibt sich die Herausforderung für die Kinder, einmal von oben nach unten, und einmal von unten nach oben zeichnen zu müssen.

Klickt man auf die Zahl 6 erscheint ein Suchbild. Die Kinder müssen 10 Unterschiede in den beiden Abbildungen finden. Diese werden eingekreist.

Die zweite Woche beginnt mit der Zahl 9. Hier öffnet sich ein Memory. Klickt man auf eine blaue Karte, dreht sich diese einmal um die eigene Achse und ein Weihnachtsmotiv wird für einen kurzen Augenblick sichtbar. Findet man die zweite Abbildung, kann man beide Karten in dem weißen Quadrat ablegen und die Motive bleiben sichtbar.

 
Hinter der Zahl 10 liegt ein  Rezept für Haferflockenkekse. Dieses kann man ausdrucken und anschließend können die Kinder in die Küche gehen und die Kekse herstellen.

Die Zahl 11 öffnet zunächst ein Weihnachtsbild. Klickt man dieses an, gelangt man auf eine Seite mit den Puzzleteilen des Bildes. Diese können im oberen Teil zu dem Original zusammengesetzt werden.

Aktiviert man die Zahl 12, erscheint zunächst der Schneemann und die Sprechblase: Hallo, hier ist eine Überraschung für dich. Klickt man auf den Stern, verwandelt sich die Sprechblase in das Titelbild der Geschichte. Ein Klick auf den Schneemann öffnet die Audiodatei Susi und der Weihnachtsmann.

Die zweite Woche endet mit der Zahl 13. Hier gibt es ein Ausmalbild, unterlegt mit einer ruhigen Melodie. Die Kinder können die Flächen am Smartboard mit Stiften oder mit den Fingern ausmalen, oder das Bild wird ausgedruckt als „normales“ Malbild auf Papier.

Die dritte und letzte Woche beginnt mit der Zahl 16. Bei einem Klick auf den Schneemann verschwindet dieser nach rechts und eine Stimme sagt: Komm mit. Anstelle des Schneemanns erscheint ein blinkender Stern. Klickt man diesen an, gelangt man auf die nächste Seite. Hier erscheint der Schneemann wieder von links. Klickt man ihn an, beginnt die Weihnachtsgeschichte Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Im Gegensatz zu dem Bild auf der vorangegangenen Seite fällt hier der Schnee zur Erde.

Der Klick auf die Zahl 17 führt zu einem weiteren Puzzle. Zur Kontrolle oder wenn man nicht weiter weiß, führt ein Klick auf die Hand im blauen Feld auf die Lösungsseite.

Die Zahl 18 öffnet einen Weihnachtsbaum mit vielen Geschenkkartons. Oben sieht man ein Schaukelpferd und einen Teddy. In welche Kartons gehören die beiden? Nur ein Karton nimmt das Schaukelpferd und ein anderer Karton den Teddy an. Die anderen Kartons werfen die beiden Motive zurück. Trifft man den richtigen Karton, dreht sich das Geschenk ganz schnell und bleibt auf dem Karton liegen.
Hinter der Zahl 19 verbirgt sich der Text zu dem Lied Rudi, das kleine Rentier. Klickt man auf die rote Nase, erklingt die gesummte Melodie.
 
Die Zahl 20 öffnet eine Seite mit den Einzelelementen eines Schneemanns. Alle Teile, die zu einem Schneemann gehören, können beliebig zusammengesetzt werden. Die Blume, der Hase und die Badehose werden zurückgeworfen.
Und schließlich gibt es zum Abschied in die Weihnachtsferien eine zusätzliche Seite. Diese erreicht man über einen Klick auf den Stern auf der Spitze des Weihnachtsbaums. Hier gibt es viele Sterne am Himmel. Man muss den richtigen anklicken, dann öffnet sich eine Youtube-Seite mit dem Weihnachtsfilm Ein ungewöhnlicher Gast.

Die Studierenden haben trotz einiger Rückschläge (die Seiten waren teilweise instabil, das Programm hängte sich auf, so Einiges hat nicht geklappt wie gewünscht) Freude am Basteln dieses interaktiven Adventskalenders gehabt, so mancher hat sich erstmals mit den verschiedenen Anwendungen beschäftigt. Leider hat nur eine Studentin in der Kita ein Smartboard zur Verfügung. Einige andere können die Seiten über einen Beamer präsentieren, andere wollen mit den Kindern die Seiten zumindest am PC öffnen und ggf. Seiten ausdrucken.

Aus unserer Arbeit ergab sich eine lebhafte Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der kreativen Arbeit am Computer mit Kindern in der Kita und über die Zukunft medienpädagogischer Inhalte in der vorschulischen Bildungsarbeit. So viele Studierende – so viele Meinungen. Diese Auseinandersetzung muss geführt werden und wird die angehenden ErzieherInnen auf ihrem beruflichen Weg vermehrt beschäftigen.

Ein Video (ohne Ton und Video) mit allen Interaktionen kann hier angesehen werden:


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