Erzieher-Fachschule Pädalogik
Als Dozentin in der Erzieher-Fachschule Pädalogik in
Berlin-Friedrichshain unterrichte ich im Lernbereich III unter anderem das Fach
Medienpädagogik. Dieser Unterrichtsblock umfasst 30 Unterrichtsstunden. Nachdem
ich im letzten Semester mit einer anderen Klasse Digitalfotografie mit Kindern
in der Kita und Präsentations- und Dokumentationsformen thematisiert hatte,
entschloss ich mich, nun meiner Klasse den Umgang mit dem Smartboard und den
Umgang mit der Smart-Software näherzubringen. Neben dem Ziel, meine
Studierenden selbst an kreative Gestaltung am PC heranzuführen, stand der Wunsch,
ihnen meinen Grundgedanken zu vermitteln, dass die Schulung der Kinder in
kreativer Nutzung des Computers sie auch vor der rein konsumierenden Nutzung
neuer Medien schützt.
Im November hatten wir dann das Smartboardset von meredo in
der Schule. Zusätzlich verfügten wir über sechs schulinterne und einige private
Laptops. Nachdem alle mit der Software versorgt waren, führte ich den
Unterricht zunächst spielerisch ein, in dem alle Studierenden die Funktionen
ausprobierten und damit herumexperimentierten. Dabei reflektierten wir, wie
diese spiel- und spaßorientierten Aktionen in der Kita eingesetzt werden
können.
Danach machten
wir uns an die Umsetzung eines interaktiven Adventskalender. Wir beschränkten
den Kalender auf die Kita-Wochentage, verzichteten also auf die „Türchen“ für
die Samstage und Sonntage, ebenso auf jene für den 23. und 24. Dezember, da die
Kinder am 20. 12. in die Weihnachtsferien gehen. Am letzten Tag gibt es
allerdings ein zusätzliches „Türchen“ - als Weihnachts-überraschung. Der
Kalender umfasst also insgesamt 15 Zahlen, die
entsprechenden Datumszahlen 2-6, 9-13, 16-20. Die
Überraschung für den 20.12. ist hinter dem Stern versteckt.
Hinter der Zahl
2 verbirgt sich das Bild eines Schneemanns, das durch die Verbindung der
Zahlen entsteht. Ein Bild nicht nur
für
Vorschulkinder, die bereits die Zahlen kennen, denn durch die Konturen können
auch jüngere Kinder die Linienführung schaffen.
Beim Anklicken der Zahl 3 auf dem Weihnachtsbaum
öffnet sich zunächst das Bild eines Bastel-Engels. Klickt man diesen an,
gelangt man zu der Seite mit dem benötigten Bastelmaterial. Bei Klicks auf die
verschiedenen Materialien ertönt jeweils eine Stimme: z.B „eine Wäscheklammer“.
Klickt man auf das Wort „Anleitung“, öffnet sich die nächste
Seite. Hier kann man die Anleitung sowohl lesen, als auch – durch einen Klick
auf den Text – die Anleitung anhören.
Die Zahl 4 öffnet das
Bild eines Weihnachtsbaumes, der geschmückt werden will. Die Sterne funkeln und
die Weihnachtskugeln und – glöckchen schaukeln hin und her. Alle Objekte, die
im Schnee liegen, kann man durch Ziehen auf dem Baum platzieren – außer LKW und
Schubkarre. Diese beiden Elemente nimmt der Baum nicht an.
Hinter der Zahl 5
befindet sich ein doppeltes Labyrinth. Das untere ist eine Spiegelung des
oberen, so ergibt sich die Herausforderung für die Kinder, einmal von oben nach
unten, und einmal von unten nach oben zeichnen zu müssen.
Klickt man auf die Zahl 6 erscheint ein Suchbild. Die Kinder müssen 10 Unterschiede in den beiden Abbildungen finden. Diese werden eingekreist.
Die zweite
Woche beginnt mit der Zahl 9. Hier öffnet
sich ein Memory. Klickt man auf eine blaue Karte, dreht sich diese einmal um
die eigene Achse und ein Weihnachtsmotiv wird für einen kurzen Augenblick
sichtbar. Findet man die zweite Abbildung, kann man beide Karten in dem weißen
Quadrat ablegen und die Motive bleiben sichtbar.
Hinter der Zahl
10 liegt ein Rezept für
Haferflockenkekse. Dieses kann man ausdrucken und anschließend können die
Kinder in die Küche gehen und die Kekse herstellen.
Die Zahl 11
öffnet zunächst ein Weihnachtsbild. Klickt man dieses an, gelangt man auf eine
Seite mit den Puzzleteilen des Bildes. Diese können
im oberen Teil zu dem Original zusammengesetzt werden.
Aktiviert man
die Zahl 12, erscheint zunächst der Schneemann und die Sprechblase: Hallo,
hier ist eine Überraschung für dich. Klickt man
auf den Stern, verwandelt sich die Sprechblase in das Titelbild der Geschichte.
Ein Klick auf den Schneemann öffnet die Audiodatei Susi und der
Weihnachtsmann.
Die zweite
Woche endet mit der Zahl 13. Hier gibt es
ein Ausmalbild, unterlegt mit einer ruhigen Melodie. Die Kinder
können die Flächen am Smartboard mit Stiften oder mit den Fingern
ausmalen, oder das Bild wird ausgedruckt als „normales“ Malbild auf Papier.
Die dritte und letzte Woche
beginnt mit der Zahl 16. Bei einem Klick
auf den Schneemann verschwindet dieser nach rechts und
eine Stimme sagt: Komm mit. Anstelle des
Schneemanns erscheint ein blinkender Stern. Klickt man diesen
an, gelangt man auf die nächste Seite. Hier erscheint der
Schneemann wieder von links. Klickt man ihn an,
beginnt die Weihnachtsgeschichte Drei Haselnüsse
für Aschenbrödel. Im Gegensatz zu
dem Bild auf der vorangegangenen Seite fällt hier der
Schnee zur Erde.
Der Klick auf die Zahl
17 führt zu einem
weiteren Puzzle. Zur Kontrolle oder
wenn man nicht weiter weiß, führt ein Klick auf die Hand im blauen Feld
auf die Lösungsseite.
Die Zahl 18 öffnet
einen Weihnachtsbaum mit vielen Geschenkkartons.
Oben sieht man ein Schaukelpferd und einen Teddy. In welche Kartons gehören die
beiden? Nur ein Karton
nimmt das Schaukelpferd und ein anderer Karton den Teddy an. Die anderen
Kartons werfen die beiden Motive zurück. Trifft man den richtigen Karton, dreht
sich das Geschenk ganz schnell und bleibt auf dem Karton liegen.
Hinter der Zahl
19 verbirgt sich der Text zu dem Lied Rudi,
das kleine Rentier. Klickt man auf die
rote Nase, erklingt die
gesummte Melodie.
Die Zahl 20
öffnet eine Seite mit den Einzelelementen eines Schneemanns. Alle Teile, die zu
einem Schneemann gehören, können beliebig zusammengesetzt werden. Die Blume,
der Hase und die Badehose werden zurückgeworfen.
Und schließlich gibt
es zum Abschied in die Weihnachtsferien eine zusätzliche
Seite. Diese erreicht man über einen Klick auf den Stern auf
der Spitze des Weihnachtsbaums. Hier gibt es viele Sterne am Himmel. Man muss den richtigen
anklicken, dann öffnet sich
eine Youtube-Seite
mit dem Weihnachtsfilm Ein ungewöhnlicher Gast.
Die Studierenden
haben trotz einiger Rückschläge (die Seiten waren
teilweise instabil, das Programm hängte sich auf, so Einiges hat nicht
geklappt wie gewünscht) Freude am Basteln
dieses interaktiven Adventskalenders gehabt, so mancher hat sich erstmals mit den
verschiedenen Anwendungen beschäftigt. Leider hat nur eine Studentin in der
Kita ein Smartboard zur Verfügung. Einige andere können die Seiten über einen
Beamer präsentieren, andere wollen mit
den Kindern die Seiten zumindest am PC öffnen und ggf. Seiten ausdrucken.
Aus unserer Arbeit
ergab sich eine lebhafte Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der kreativen Arbeit
am Computer mit Kindern in der Kita und über die Zukunft medienpädagogischer
Inhalte in der vorschulischen Bildungsarbeit. So viele
Studierende – so viele Meinungen. Diese Auseinandersetzung muss geführt werden und wird die angehenden
ErzieherInnen auf ihrem beruflichen Weg vermehrt beschäftigen.
Ein Video (ohne Ton
und Video) mit allen Interaktionen kann hier angesehen werden:






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